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Die Hochzeitsrede

Ist ein Hochzeitsfest ohne Hochzeitsrede denkbar? Wohl kaum. Die Hochzeitsrede ist Teil des Festes ebenso wie das gute Essen, die Getränke, der geschmückte Raum und der Brauttanz. Bei großen Hochzeiten sollten die Gäste stets über die nächsten Programmpunkte aufgeklärt werden. Dies kann ein Elternteil der Brautleute übernehmen oder besser Freunde, um die Eltern zu entlasten. In manchen Gegenden ist es sogar üblich, einen "Zeremonienmeister" zu bestellen.

Traditionell hält der Brautvater die Hochzeitsrede oder auch die Brautmutter. Die Rede gehört zum Abschiedsritual. Die Eltern lassen die Zeit mit der Tochter noch einmal Revue passieren und erinnern an humorvolle Anekdoten oder an besonders innige Momente. Die Hochzeitsrede ist immer eine Lobrede. Kritik verbietet sich. Schließlich ist es auch das Ziel der Rede, dem Brautpaar die besten Wünsche mit auf den gemeinsamen Lebensweg zu gehen.

Nach den Brauteltern dürfen auch die Eltern des Bräutigams zu Wort kommen. Es folgen Trauzeugen und Freundinnen und Freunde des Brautpaares. Jedoch sollten Sie darauf achten, dass die Redezeit bzw. die Anzahl der Reden die Gäste nicht allzu sehr strapazieren. Deshalb empfiehlt es sich, die Reden vorher miteinander abzusprechen.

Gerade bei größeren Hochzeitsfeiern, die sich über den ganzen Tag bis zum späten Abend ziehen, ist ein „Leitfaden“ für die Gäste wichtig. Sie müssen wissen, welcher Teil als nächstes folgt und wann. Diese Protokollfragen werden am besten schon im Vorfeld einer bestimmten Person, einer Art Zeremonienmeister oder –meisterin übertragen.

Im südlichen Bayern und in Österreich wird noch immer der alter Brauch des sogenannten Progroders oder Hochzeitsladers gepflegt. Er lädt die Gäste persönlich ein und führt auch durch den Tag. Zusätzlich sorgt der Progroder zwischendurch für Unterhaltung mit gesungenen G’stanzln, kleinen, auch schon mal frechen Liedern über das Brautpaar zur Belustigung der Gäste.

In Niedersachsen und Westfalen wird der Brauch des Hochzeitsbitters mittlerweile wieder aufgenommen. Weiter im Norden ist es der Köstenbidder. Sie  alle laden die Gäste persönlich ein und rezitieren althergebrachte Sprüche oder auch selbst ausgedachte. Oft fahren die Hochzeitsbitter auf besonders geschmückten Fahrrädern von Haus zu Haus. Sie  verkleiden sich je nach Region unterschiedlich und tragen oft als Utensilien den geschmückten Bitterstab und Getränke für die Einzuladenden mit sich als Vorgeschmack auf die Hochzeit.  


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Erstellt am 4. Februar 2015.