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Sommertipp 2 - Die Disziplin der kurzen Wörter

Ich plädiere bei Reden und Texten immer wieder für Kürze. Kurze Sätze sind leichter verständlich als lange. Kurze Wörter sind gleichfalls verständlicher als lange, denn in der Kürze liegt die Kraft.

Die deutsche Sprache ist sehr flexibel. Es gibt im Deutschen die grandiose Möglichkeit, Verben zu Substantiven zu machen. Oft werden sie dadurch länger. Vor- und Nachsilben wie –heit, -keit, und vor allem –ung blähen Wörter regelrecht auf. Mit Begeisterung nutzen dies Fachleute aus Behörden und der Wissenschaft. Neulich musste ich ein amtliches Formular ausfüllen. Darin sollte ich „Eintragungen“ vornehmen. Ich nehme an, ich sollte es ausfüllen.

Eines meiner Lieblingswörter ist die „Beinhaltung“ in amtlichen Formularen. Gelesen als Bein-Haltung durchaus humorvoll. Ausgesprochen als „Be-inhaltung“ verursacht mir der Begriff Kopfschmerzen. Ich habe einmal beispielhaft weitere Wörter gesammelt, die durch aufblähende Nachsilben zu sinnentleerten Floskeln werden:

  • Beantwortung - Antwort
  • Beantragung – Antrag stellen
  • Einsparungspotenzial – Wir können bei Projekt X sparen.
  • Fortbildungsmaßnahme - Fortbildung
  • Fragestellung – Frage
  • Inanspruchnahme – Sie haben Anspruch auf etwas.
  • Räumlichkeiten - Räume
  • Vorrangigkeit - Vorrang

Kurze Wörter  Foto_Daniela Schulz_Reden-Atelier.de

Machen Sie es Ihren Lesern nicht unnötig schwer. Disziplinieren Sie sich und gewöhnen sie sich an, kurze Wörter zu wählen. Sie verhindern Kopfschmerzen und gewinnen Ihre Leser durch kürzere Wörter. Denn in der Rede als auch beim Text gilt: Kürze heißt Kraft.


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Erstellt am 11. August 2017.